Sprache

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Unter Sprache versteht man die Menge, die als Elemente alle „komplexen Systeme der Sprachgemeinschaften als Mittel der Verständigung dienen“.

Es werden zahlreiche Tierreich existieren Zeichensysteme und kommunikative Handlungen, die als Sprache bezeichnet werden.

Sprache und Sprachverwendung sind auch Inhalt anderer Wissenschaften wie Ethnologie.

Sprache als Zeichensystem

Einzelsprachen

Im speziellen Sinn bezeichnet das Wort Sprache eine bestimmte Einzelsprache wie [2]

Die Abgrenzung von Sprache und Dialekt war lange Zeit sehr umstritten, ist jedoch heute nach Dialekt.

Aus Klingonisch unterteilt.

Natürliche und konstruierte Sprachen können auch in anderen Fällen nahe beieinanderliegen, so etwa im Falle des Deutschen in der Ladinischen in Südtirol/Norditalien.

Sprachfamilien der Welt

Konstruierte und formale Sprachen

Anders als die Perl u. a. sind für bestimmte Zwecke konstruiert und beruhen auf theoretischen sowie pragmatischen Überlegungen.

Der Mathematiker [3]

Die Beschreibungsprinzipien der formalen Logik werden auch auf die natürliche Sprache angewendet; Pionierarbeit hat dazu der amerikanische Logiker Richard Montague geleistet.

Die menschliche gesprochene Sprache als Zeichensystem

Auch die menschliche gesprochene Sprache kann als Zeichensystem (siehe Ferdinand de Saussure konzipierte das Sprachzeichen als eine willkürliche, nicht zwingende Verbindung von Lautbild (signifiant = das Bezeichnende) und mentaler Vorstellung (signifié = das Bezeichnete).

Wie eine Kritik der Semiotik des 20. Jahrhunderts liest sich Humboldts Bemerkung über die Konventionstheorie der Sprache:

„Den nachteiligsten Einfluss auf die interessante Behandlung jedes Sprachstudiums hat die beschränkte Vorstellung ausgeübt, dass die Spache durch Konvention entstanden, und das Wort nichts als Zeichen einer unabhängig von ihm vorhandenen Sache, oder eines ebensolchen Begriffs ist. Diese bis auf einen gewissen Punkt freilich unleugbar richtige, aber weiter hinaus auch durchaus falsche Ansicht tötet, sobald sie herrschend zu werden anfängt, allen Geist und verbannt alles Leben, und ihr dankt man die so häufig wiederholten Gemeinplätze: […] dass jede Sprache, wenn man sich ihrer nur recht zu bedienen weiß, ungefähr gleich gut ist […] die Sprache ist ein eignes und selbstständiges Wesen, ein Individuum, die Summe aller Wörter, die Sprache, ist eine Welt, die zwischen der erscheinenden außer, und der wirkenden in uns in der Mitte liegt […]“[4]

D.h. die Bedeutung der Wörter wird im lebendigen Dialog weiterentwickelt; die Sprache hebt die Realität des Objekts und des Subjekts in sich auf, sie vermittelt zwischen beiden und so kann in der Sprache jenseits der Konvention „jede neue [Ansicht] immer etwas Neues entdecken“.[6]

Evolution der Sprachfähigkeit

Sprache als „Instinkt zu lernen“

Bereits Darwin unterschied zwischen der biologischen Fähigkeit des Menschen, die ihm ermöglicht, Sprache zu erwerben, und bestimmten Sprachen als solchen.[9] Für simple Aspekte der Syntax wurde ein Satz von vier charakteristischen Genen identifiziert.

Anatomie

Die vorherrschende Ansicht zur evolutionären Sprachfähigkeit des Menschen war bis etwa 2010, dass den anatomisch modernen Konsonanten moduliert werden. Schädelfunde belegen, dass die Aufwölbung des Gaumens und die Absenkung des Kehlkopfes vor etwa 100.000 Jahren abgeschlossen waren.

In der Australopithecus, die vor rund zwei Millionen Jahren lebten, ist er dagegen deutlich kleiner.

Jüngere Forschungsergebnisse belegen, dass die Absenkung des Kehlkopfs kein allein menschliches Merkmal war, sondern im Tierreich vielfach vorkam, etwa beim Vokaltrakt zu jedem Zeitpunkt der Primatenevolution ausreichend flexibel für komplexe Sprachentwicklung war und zweitens Fossilfunde von Menschenvorfahren wenig Hinweise für die Sprachfähigkeit liefern. Die evolutionären Voraussetzungen für Sprache werden heute vielmehr in der neurologischen Kontrolle bzw. in neurologischen Mechanismen und weniger in der Anatomie des Vokaltrakts gesehen.

Neuronale Voraussetzungen

Während Sprache früher als monolithische Einheit behandelt wurde, zerlegt die [10]

Protosprachenmodelle

Die Sprachevolution erforscht Modelle von Protosprachen. Protosprache unterscheidet sich von Ursprache und meint alternative Kommunikations-Urformen (Modelle), aus denen die [18] Alle drei genannten Modelle können einen analogen oder konvergente Ursprünge haben; im ersten Fall ist eine Protoform einmal entstanden, im zweiten Fall mehrmals unabhängig.

Sprache als Handlung

Menschliche gesprochene Sprache

Die kommunikative Funktion von Sprache

Sprache ist Träger von Sinn und Überlieferung, Schlüssel zum Welt- und Selbstverständnis sowie zentrales Mittel zwischenmenschlicher Verständigung.[20]

Viele Entitäten (Konzepte, Begriffe), wobei letztere als unabhängig von der Sprache gedacht werden. Man spricht deshalb von Repräsentationsmitteln.

Sprache als Medium des Denkens

Geschriebene und gesprochene Sprache ist ein „Medium des Denkens und der Weltauffassung schlechthin“: Diese Definition, wie sie zuerst [21] „in der Sprache“.

„Jeder Mensch hat seine eigene Sprache. Sprache ist Ausdruck des Geistes.“

Novalis

Sprache und Macht

Sprache kann zur Einschüchterung und zur Erhaltung von fünf Herrschaftstechniken heraus. Der Verweis auf solche Wirkungen bestehenden Sprachgebrauchs kann es erlauben, einen solchen Zusammenhang überhaupt erst thematisierbar zu machen.

Ein bekanntes Beispiel aus der Literatur für den Versuch, durch Sprache Einfluss auf das Denken der Bevölkerung auszuüben, ist der 1949 veröffentlichte Roman Neusprech“ einsetzt, um die Kommunikation und das Denken der Bevölkerung in enge, kontrollierte Bahnen zu lenken.

Der Psychologe Neologismen alle negativen Assoziationen der Wörter aufnahmen, die sie ersetzten. Ein deutsches Wort in diesem Zusammenhang ist das euphemistische Wort „Restrukturierung“, welches das Wort „Schließung von Betrieben und Einrichtungen“ ersetzen sollte, dabei jedoch den negativen Charakter übernahm.

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